Mein Setup

Published on: August 13, 2014

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Nur das Nötigste! Rennrad und Rucksack. Mehr nicht. 6 Kilo Gepäck auf dem Rücken, keine Satteltaschen.

Schon aus meiner Zeit als Fahrradkurier in Hamburg und Berlin bin ich es gewohnt, mit einem schnellen und leichten Rad unterwegs zu sein und die Lasten auf dem Rücken zu tragen.

Der Rucksack:

Ich nehme aber keine Kuriertasche mit, sondern einen Fahrradrucksack der Firma Ergon. Den BC2. Der hat sich bereits auf meiner Tour von Berlin nach Pisa 2012 bewährt. Der Ergon BC2 ist für 6 kg Gepäck ausgelegt. Das muss reichen.

Seit ich mir den BC2 2012 gekauft habe, wurde er nochmal komplett überarbeitet, aber das Grundprinzip ist das gleiche geblieben. Bei Gelegenheit werde ich auf die Änderungen nochmal im Detail eingehen.

Das Besondere an diesem Rucksack ist, dass das Schultertragesystem vom eigentlichen Rucksack entkoppelt wurde und nur durch ein Gelenk damit verbunden ist. Das Hauptgewicht des Rucksacks wurde dadurch nahe am Körperschwerpunkt platziert und man trägt es quasi mit den Hüften. So kann sich der Oberkörper fast komplett frei bewegen und muss keine Last tragen.

Steppenwolf Prisma RS Steppenwolf Prisma RS Ergon MTB Rucksack BC 2 Ergon MTB Rucksack BC 2

Das Bike:

Ich möchte schnell unterwegs sein und Tagesetappen zwischen 85 km und 200 km zurücklegen. Der Durchschnitt liegt bei 145 km pro Tag, wenn man den Ruhetag in Cluj-Napoca nicht mitrechnet. Dafür brauche ich ein schnelles Bike, das möglichst leicht ist.

Also ein Rennrad? Zirka 10% der 2465 km nach Istanbul werde ich aber auf unbefestigten Wegen und Singletrails zurücklegen. Ich fahre nicht gerne auf Bundesstrassen und ziehe ihnen durchaus mal ein paar Kilometer auf Waldwegen vor.

Es gibt aber auch Tagesetappen, auf denen ich bis zu 20% der Strecke auf unbefestigten Wegen zurücklege (z.B. Rzyki – Zakopane). Daher ist ein Rennrad eher nicht die optimale Wahl für dieses Streckenprofil.

Doch während ich diese Reise geplant habe, hat Specialized die Diverge Reihe entwickelt und herausgebracht. Ein Crossover zwischen Rennrad und Cyclocross-Rad. Sie nennen es ein All-Roadbike, ich nenne es das Optimale Bike für meine Tour!

Im November 2014 konnte ich ein Specialized Diverge Comp Carbon testen und habe mich sofort in dieses Bike verliebt (Berlin  – Lutherstadt Wittenberg). Es ist leicht und schnell und das Handling ist auch auf schlechten Strassen hervorragend.

Specialized Diverge Comp Carbon Specialized Diverge Comp Carbon Specialized Diverge Comp Carbon

Nicht zuletzt dank der Zertz-Technologie, die Specialized auch beim Diverge einsetzt, werden Erschütterungen durch viskoelastische Dämpfungselemente in Gabel, Sitzstreben und Sitzrohr absorbiert. Das ist nicht nur angenehmer, sondern auch sicherer, da man mehr Kontrolle über das Bike hat.

Außerdem verfügt das Diverge Comp Carbon über hydraulischen Shimano 785 Scheibenbremsen mit organischen Ice Tech Belägen, die hervorragend auch bei schlechtem Wetter verzögern, sowie über die steifen AXIS 4.0 Disc-Laufräder.

Hinzu kommt die etwas bequemere und damit langstreckentauglichere Sitzposition. Seit ich das Diverge im Februar gekauft habe, hat sich das Bike auch auf Tagestouren von über 200 km bewährt.

Das Diverge ist optimal für meine Tour von Berlin nach Istanbul und ich kann es nur jedem ambitionierten Biker und Tourer empfehlen. Hinzukommt, dass man am Diverge auch Specialized Plug&Play Schutzbleche installieren kann und das Rad damit ganzjahrestauglich ist.

Die Navigation

Aber wie finde ich meinen Weg nach Istanbul? Ich habe mich ganz bewusst gegen die ausgetretenen Pfade entschieden. Um nach Istanbul zu kommen, hätte sich der Donau-Radweg von Wien bis nach Bulgarien angeboten. Zumindest von der Quelle bis nach Budapest ist dies der wohl populärste Radweg Europas. Diese Variante wäre wohl sogar 150 km kürzer gewesen.

Ich möchte aber lieber meine eigenen Wege fahren. Vor allem durch den Süden Polens und quer durch Rumänien und Bulgarien. Mit Hilfe von Komoot habe ich die Tour zusammengestellt.

Komoot ist eine Outdoor-App und Routing-Plattform, vor allem für Radfahrer und Wanderer. Und man kann mit Komoot nicht nur Touren erstellen, sondern sich auch navigieren lassen. Sogar mit Sprachnavigation.

Und nachdem ich das Routing abgeschlossen habe, habe ich die GPX-Datei noch bei Google-Earth hochgeladen und mir die Strecke dort nochmal angesehen. Wenn man die Panoramio-Funktion aktiviert hat, bekommt man dank der vielen Fotos ihrer User noch einen weiteren Blickwinkel auf die Umgebung, durch die man fährt. Und teilweise auch auf den Strassenzustand. Hierbei interessieren mich gerade die Wald- und Feldwege und da hilft einem GoogleStreetView nicht weiter.

Trotzdem lässt sich natürlich oft nicht genau vorhersagen, in welchem Zustand die Strassen und Wege sind. Es kann gut sein, dass ein Waldweg, über den ich meine Strecke geroutet habe, nicht befahrbar ist. In Deutschland mag sowas nicht unbedingt ein Problem darstellen, in Ländern wie Rumänien oder Bulgarien kann das aber lange Umwege über vielbefahrene Bundesstrassen bedeuten.

Oder man muss eben mal ein, zwei Stunden lang das Rad schieben. Oder auch mal tragen. Auch das ist mir schon vorgekommen. Wäre alles komplett vorhersehbar, wäre es ja auch kein Abenteuer mehr.

Das Training

Bike, Rucksack, Navigation. Das sind sicher die Hauptkomponenten dieser Tour. Natürlich neben mir. Laut Strava habe ich in diesem Jahr bereits 4.300 Trainingskilometer zurückgelegt (stand 23.06.2015). Bis zum Start der Tour werden es vermutlich an die 5.000 km sein.

Ich bin im Winter, der zum Glück recht mild und trocken war, mit kurzen Touren von 60 – 100 km gestartet und habe in letzter Zeit einige Touren von über 200 km zurückgelegt. Anfang nächster Woche geht es noch ins Erzgebirge, um ordentlich Höhenmeter zu machen. Mit gleichem Setup wie bei der Tour. Sozusagen als Generalprobe.

Mein Setup

Körperlich bin ich fit und im mentalen Bereich kann ich von meinen Erfahrungen aus 16 Jahren als Fahrradkurier und längeren Touren, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, profitieren.

Es geht eher darum, sich kleine Ziele zu setzen und sich nicht von der Grösse der Gesamtaufgabe erschlagen zu lassen. Ich fahre nicht an einem Tag nach Istanbul und der Weg ist das Ziel. Das klingt abgedroschen, aber genau darum geht es beim Bike-Touring.

Und daran ändert auch nichts, dass ich mit einem schnellen Rad unterwegs bin und Istanbul nach 18 Tagen erreicht haben will. Man muss sein eigenes Tempo finden und sein eigenes Setup. Ich mag es leicht und schnell, ich mag aber auch die Herausforderung. Ich bin gerne im Wald und in der Natur unterwegs, fern von grossen Strassen und Städten.

Daher ein Rennrad mit dem man auch Schotterstrassen nehmen kann, daher nur wenig Gepäck und daher eine vorgeplante Strecke, über die ich mich per Kopfhörer navigieren lasse.

Mein Setup hat durchaus das Potential mal anstrengend zu werden. Ich werde möglicherweise auch das eine oder andere Mal fluchen, warum ich ausgerechnet diese Nebenstrasse oder diesen Waldweg genommen habe. Aber ich werde auch wunderschöne Natur erleben, wilde Tiere sehen und atemberaubende Ausblicke haben.

Und mit diesem Blog möchte ich dich dazu motivieren, deine eigene Tour zu planen und dein eigenes Setup zu finden (natürlich kannst du mich auch einfach kopieren und meine Strecke nach fahren). Und solltest du dabei Fragen haben, kannst du dich gerne an mich wenden.

(Eine vollständige Packliste folgt kurz vor der Abfahrt).

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